Neuer HIV-Wirkstoff reduziert Viruslast deutlich

Ein neuartiger Ansatz zur HIV-Therapie zeigt in einer Phase-IIa-Studie Patientensicherheit und einen Nachweis anti-viraler Aktivität.

BOSTON. Die Substanz ABX464, die derzeit für die Therapie bei HIV-Infektion entwickelt wird, hat sich in einer Phase-IIa-Studie als sicher erwiesen. Auch habe ABX464 ein hohes Potenzial zur Virusreduktion bei bisher unbehandelten HIV-positiven Patienten gezeigt, teilt das Unternehmen Abivax mit. Die Daten seien jetzt bei der USamerikanischen "Conference for Retroviruses and Opportunistic Infections" (CROI, Konferenz für Retroviren und opportunistische Infektionen) in Boston vorgestellt worden.

ABX464 ist ein oral verfügbarer niedermolekularer Wirkstoff, der die HIVReplikation durch einen völlig neuartigen Mechanismus über die Hemmung der Rev-Aktivität blockiere, heißt es in der Mitteilung.

Präklinische Daten in humanisierten Mäusen zeigten, dass ABX464 als Monotherapie eine antivirale Wirkung hatte, die auch nach Unterbrechung der Behandlung weiter bestand. Eine frü- here Studie zum Einfluss der Nahrungsaufnahme auf die Medikamentenwirkung hat der Mitteilung zu Folge einen dreifach erhöhten Plasmaspiegel der Muttersubstanz ergeben, wenn das Medikament mit einer Mahlzeit verabreicht wurde, ohne einen signifikanten Einfluss auf die aktiven GlucuronidMetaboliten. Abivax sei davon überzeugt, dass ABX464 großes Potenzial hat, für die dringend notwendige langfristige Kontrolle der HIV-Vermehrung nach Ende einer Behandlung eingesetzt werden zu können.

Das Ziel der auf der CROI präsentierten Studie war es, die Sicherheit von ABX464 unter ansteigenden Dosen im Vergleich zu Placebo bei bisher unbehandelten HIV-infizierten Patienten aus Mauritius und Thailand zu bewerten. Patienten wurden in fünf aufeinander folgende Kohorten zu je acht Patienten randomisiert: sechs Patienten wurden über 14 oder 21 Tage mit ABX464 behandelt, zwei Patienten erhielten ein Placebo.

Die aufeinanderfolgenden Kohorten erhielten pro Tag 25, 50, 75, 100 und 150 mg des Wirkstoffs. Die 25-, 50- und 100-mg-Kohorten nahmen das Medikament über 21 Tage auf nüchternen Magen, während die 75- und 150-mgKohorten das Medikament über 14 Tage zusammen mit einer Mahlzeit einnahmen.

Eine Reduktion der Viruslast von >0,5 log (>68 Prozent) sei bei einem von sechs Patienten in der 75-mg-Kohorte, bei zwei von sechs Patienten in der 100- mg-Kohorte und bei vier von sechs Patienten in der 150-mg-Kohorte beobachtet worden, so das Unternehmen in seiner Mitteilung. Signifikante Veränderungen der Viruslast bei den sechs Placebo-Patienten dieser Kohorten seien nicht festgestellt worden.

Als häufigste arzneimittelbedingten Nebenwirkungen werden genannt: Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sie traten innerhalb der ersten 24 Stunden nach Einnahme auf und nahmen dann ab; kein Ereignis war stärker ausgeprägt als es dem Schweregrad 2 entspricht. Vorläufige pharmakokinetische Analysen deuteten darauf hin, dass die Nebenwirkungen mit der maximalen Serumkonzentration des Medikaments (Cmax) zusammenhängen. (eb)

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